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      Ruhm, Tod und Verklärung:
Die Susquehannock Indianer im 17. Jahrhundert

von Francis Jennings,
Geschichtsprofessor, Moore Kunstakademie
       
     

Die Holländische Macht

 

   

 

 

Chief Piercing Eyes
Nachbar-Völker
Die Unterwerfung der Lenape
Landkarte 1
Landkarte 2
Landkarte 3
Die Holländische Macht
Englisch-Holländische Konflikt
Niederlage der Irokesen
Die Englische Eroberung
Landkarte 4
   
   
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Von allen Europäischen Kolonialisten waren die Holländer die zentralen Protagonisten was die Marktinteressen im indianischen Handel anbelangte. Der einzige Grund warum Neu Holland existierte war der Handel mit den Indianern.

Wenn also etwas mit den Holländern passierte, egal ob die Ursache in Europa, in den Kolonien oder im Indianerterritorium zu suchen war, so hatte dies auch Auswirkungen auf die Stämme. Die Susquehannocks stellten da keine Ausnahme von dieser Regel dar. Bei der genaueren Untersuchung Holländischer Interessen und Aktivitäten erhält man Hinweise, die für das Verständnis der Susquehannock Geschichte notwendig sind.

 Beginnen wir mit der Krise, die die Händler von Neu Holland 1642 erlebten. Der Hintergrund dieser Krise begründete sich auf der Tatsache, dass so lange die Indianer aus dem äußeren Westen für den Französischen Markt den ganzen Weg zu den Drei Flüssen oder nach Quebec zurücklegen mussten, die Irokesen hoffen konnten, den Handel abzufangen und damit ihren Anteil zu bekommen, den sie nach Rensselaerswyck brachten. Aber die Franzosen gründeten 1642 Montreal und konnten damit die Behinderung des Handels durch die Irokesen umgehen. Da die Mohawks den westlichen Stämmen nicht erlaubten direkt mit Rensselaerswyck zu handeln, hatte die Gründung von Montreal den Effekt den westlichen Pelzhandel von den Holländern am Hudson abzuschneiden. 26


Der Handel des Connecticut Tals war bereits einige Jahre zuvor durch Handelsposten der Neu Engländer in Windsor und Hartford ruiniert worden. Durch die Gründung von Montreal strukturierte sich nun zufälligerweise die „New Sweden Company“ neu, um aggressiver im Handel an der Delaware Bay zu konkurrieren. Gouverneur Johan Printz übernahm die Schwedische Kolonie und baute eine Reihe von Blockhäusern mit dem Ziel den Susquehannock Handel abzufangen; 1644 oder 1645 schickte er einen Unterhändler in das Susquehannock Territorium um über ein Handelsmonopol der Schweden zu verhandeln und um damit den westlichen Pelzhandel von den Holländern am Delaware abzuschneiden.
27


Zur gleichen Zeit nahmen viele der Indianer des Hudson Tals und auf Long Island den Holländern die schlechte Behandlung übel und 1643 erhoben sie sich in einer heftigen Rebellion. Neu Holland war in jeder Hinsicht in Schwierigkeiten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Holländer aus politischen Gründen ihr erstes Friedens- und Freundschaftsabkommen mit den Mohawks 1643 abschlossen, dass 1645 erneuert wurde.
28 Durch diese Abkommen konnten sich die Holländer die Unterstützung der Mohawks während ihres Indianerkrieges erkaufen, was wiederum die Kriegsteilnehmer zu einem Friedensabkommen veranlasste. Den Mohawks verschafften die Verträge das Recht in einem noch nicht da gewesenen Ausmaß Waffen und Munition zu erwerben. Die Holländischen Waffen waren der entscheidende Faktor im Sieg der Irokesen über die Huronen 1649 und 1650 und es besteht nur wenig Zweifel daran, dass die Holländische Logistik die Mohawks ebenfalls in ihrem Angriff auf die Susquehannock 1651 – 1652 unterstützen. 29  Obwohl die Holländer den Mohawks misstrauten, aus Angst sie könnten außer Kontrolle geraten, so war der ausschlaggebende Faktor, dass die Mohawks durch die Verfolgung iherer eigenen Interessen den Holländischen Zielen dienten. 30  Die Rolle des Friedenstifters der Mohawks zwischen Holländern und anderen Indianern steigerte das Prestige der Mohawks. 31   Der Sieg der Mohawks über die Huronen versprach, einige der westlichen Felle, die für Rensselaerswyck bestimmt waren, abzufangen. Der Krieg der Mohawks gegen die Susquehannocks war indirekt ein Kampf gegen die Schwedischen Unterstützer der Susquehannocks.


Während die Mohawks also Holländische Geschäfte erledigten, verstärkten die Susquehannocks ihre Provokation der Holländer, in dem sie mit einer weiteren feindlichen Macht sich vereinigten, um ihre Position gegenüber den mit den Holländern verbündeten Mohawks zu stärken. 1652 unterzeichneten die Susquehannocks ein Friedensabkommen mit English Maryland.
32    Wie wir wissen war 1652 durch den ersten Anglo-Holländischen Krieg gekennzeichnet, während dem die Delaware Bay Schweden die Gelegenheit nutzten und sich das benachbarte Holländische Land einverleibten. 33    Als der Krieg 1654 endete blieben die Schweden eine zeitlang im Besitz der gesamten Delaware Bay. Sie hatten den Zeitpunkt der Übernahme gut gewählt und ihre Susquehannock Allierten und Handelspartner blieben weiterhin ihre Hauptquelle für Stärke und Profit.


Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass den Holländer die Susquehannocks missfielen. Unser Hinweis hierfür ist in einem Schwedischen Dokument zu finden. Gouverneur Johan Rising berichtete nach Schweden, dass die Lenape Nachbarn in der Delaware Bay „sehr stolz“ und unerträglich geworden seien und dass er sie nur beschwichtigen könne, außer Schweden schicke ihm Truppen. Beschwichtigung fand in Form von Überlassung von Waren an die Lenape gegen Kredit statt, die diese dann bei den Susquehannocks gegen deren Pelze eintauschten; durch Verkauf der Felle in Neu Amsterdam zu einem höheren Preis als die Schweden gezahlt hätten schlossen die Lenape ihr Maklergeschäft ab. Dass die Susquehannocks nicht ihren eigenen Handel in Neu Amsterdam betrieben weist auf einen Ausschluss vom Holländischen Markt hin. In der Zwischenzeit hatten die unterlegenen Lenape (wenn sie denn immer noch unterlegen waren) den einzigen Zugang zum besten Markt und der Reichtum der Susquehannocks, der bereits durch ihren Krieg mit den Mohawks in Mitleidenschaft gezogen worden war, nahm weiter ab.
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Aber es kam noch schlimmer. 1655 eroberten die Holländer Delaware Bay und machten damit Neu Schweden für immer ein Ende. Die Susquehannocks konnten sich nicht länger unabhängig von der Holländischen Freundschaft selbst unterhalten. 1658 kapitulierten sie, als sie, ähnlich wie die Mohawks vor ihnen, ihren Einfluss geltend machten, um die neuerliche Kriege der Esopus Indianer des Flusses Hudson gegen die Holländer zu beenden. In dem sie mit Stämmen, die sie als ihre Untertanen betrachteten, verhandelten, gestanden die Susquehannocks ein, dass sie gezwungen worden waren „sich entweder den Holländern zu unterwerfen oder sich zu verstecken“. 35   So war es möglich, dass 1651 die Mohawks und die Suquehannocks sich aufs Schärfste bekämpfen, 1658 parallele politische Ziele verfolgen und 1660 gemeinsam an der gleichen Konferenz teilnehmen konnten, um die immer noch widerständigen Esopus Indianer in die Unterwerfung zu zwingen. Die Umkehr der Mohawk – Susquehannock Beziehung, so mysteriös zusammenhanglos, erscheint vor diesem Hintergrund als sehr plausibel. Nicht die Mohawks hatten die Unterwerfung der Susquehannocks erreicht, sondern die Holländer.


Von 1658 bis 1662 war die Zeit der größten Freundschaft zwischen den Suquehannocks und den Mohawks. Zu diesem Zeitpunkt verstanden die beiden Nationen ihre diplompatischen Rollen auf ähnliche Weise. 1658 erinnerten die Mohawks die Holländer in Fort Orange daran, „dass zum Zeitpunkt des Kriegs gegen die Wilden sie zu den Manhattans gegangen seien und ihr Bestes getan hätten um den Frieden zu erhalten; daher haben auch wir (die Holländer) die Pflicht, das gleiche für sie zu tun, solange sie versprechen sich in Zukunft als Vermittler zwischen uns und anderen Wilden zu betätigen“. Die Mohawks baten dann um Hilfe gegen andere Irokesen Nationen, die versuchten, den Handelsring der Mohawks um die Holländischen Märkte zu durchbrechen. 1662 versicherten die Susquehannocks den Holländern in der Delaware Bucht, dass sie „ sich zu allen Zeiten als Vermittler bei Differenzen zwischen Christen und anderen Wilden hatten einsetzen lassen, wozu sie sich immer noch als verpflichtet ansehen“. Sie wollten außerdem Waren auf Kredit, um damit ihre (nicht Mohawk) Feinde unter den Irokesen zu bekämpfen.
37    Es scheint, dass die Susquehannocks versuchten den Delaware Markt zu kontrollieren so wie die Mohawks versuchten den Hudson Markt zu kontrollieren und beide mussten die weiter entfernten Irokesen Nationen bekämpfen, die Anstalten machten ihre Monopole zu durchbrechen.

Ein großer Dank geht an Cornela Erfurt für die Übersetzung

       

Landkarte 3

Niederlagen der Irokesen

   
  Informationen aus den Originaltexten von:
 

 

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Mohawk interception: Van Rensselaer's memorial, 25 Nov., 1633, Van Rensselaer Bowler Manuscripts, ed. and trans., A. J. F. Van Laer (Albany, 1908), p. 248. Montreal: Founding date, 17 May, 1642, Jesuit Relations 22: p. 211. Simultaneously Fort Richelieu was built on the Richelieu River to obstruct Iroquois access to the St. Lawrence. The alarmed Iroquois attacked the construction gang at once. Ibid. 22: pp. 277-279. That all this building was very consciously directed against Dutch interests as well as Iroquois is revealed by a letter of Charles Lalemant to Jesuit Provincial Etienne Charlet, Paris, 28 Feb., 1642, ibid. 21: pp. 269-271. See also the Introduction by Percy J. Robinson to François Du Creux, The History of Canada or New France (2 v., Toronto, 1951) 1: pp. xviiixix.

   
26

Hunt reasoned that the wars of the Iroquois were caused by the "exhaustion" of the beaver in Iroquoia by 1640 (p. 34). Though undoubtedly identifying a tendency, Hunt overstated its effect. His cited sources are susceptible to another interpretation than he gave them; namely, that the decline in Iroquois trade occurred because of increased French obstruction of Iroquois access to the Western beaver that had been of critical importance to the trade as early as 1633. French policy became more aggressive after 1640, culminating in the 1642 founding of Montreal, the significance of which escaped Hunt's attention. Yet Hunt dated "the true beginning of the long and desolating wars of the Iroquois" in 1642! (pp. 74-75). His exhaustionofthebeaver thesis is contradicted by a source listed in his bibliography. See Adriaen van der Donck, "A Description of New Netherlands" (2d ed., 1656), NewYork Historical Society Collections, 2d series (3 v., New York, 1841-1857) 1: pp. 209210. Van der Donck, as Sheriff of Rensselaerswyck, had handled thousands of skins and dealt with the Mohawks informally, commercially, and in formal diplomatic negotiations. As an expert on the fur trade, his authority must be ranked second to none. He did not arrive in New Netherland until 1642, two years after the supposed "exhaustion" of the beaver, and he stated that "in the NewNetherlands, and in the adjacent country, about eighty thousand beavers have been killed annually, during my residence of nine years in the country." Ibid., p. 221. See also pp. 126-127, 161, 170, 220-227.

   
27

Report of Andries Hudde, 7 Nov., 1648, and Report of Johan Printz, 20 Feb., 1647, The Instruction for Johan Prints, ed., Amandus Johnson (Philadelphia, 1930), pp. 255258, 132-133; "The Representation of New Netherlands," NewYork Hist. Soc. Collections, 2d series, 2: pp. 276-279.

   
28

Treaty dates: 1643: Ref. in minutes of treaty, 24 Sept., 1659, Minutes of the Court of Fort Orange and Beverwyck (1652-1660), ed. and trans., A. J. F. Van Laer (2 v., Albany, 1920-1923) 2: p. 215; 1645: Van der Donck, op. cit., p. 161. For an unsparing contemporary account of Director Kieft's war against the Esopus Indians, see "Broad Advice to the United Netherland Provinces" (1649), NewYork Hist. Soc. Collections, 2d series, 3: pp. 237-283.

   
29

Before the first MohawkDutch treaty in 1643, the Mohawks suffered from a shortage of firearms. In April, 1641, five hundred "well armed" Iroquois treating with the French possessed only thirtysix arquebuses. Those without guns were armed "in savage fashion." In December, 1644, however, a "Board of Accounts" in Holland reported that arms and ammunition "for full 400 men" had been sold to the Mohawks though firearms had been refused to other Indians in New Netherland. It is impossible to escape the inference that the pioneer 1643 treaty between the Dutch and the Mohawks had involved a deal in arms. The Holland Board, in making its report, decided to conciliate and satisfy the Indians in New Netherlands, and its action was followed by another treaty with the Mohawks in 1645. In that era there could be no "satisfaction" of Indians without trade in arms. The subsequent success of Mohawk warfare, which contrasts strongly with the Mohawks' bad showing before the 1640's, testifies loudly about the contents of the 1645 treaty. Paul Le Jeune, "Relation of 16401641," Jesuit Relations 21: pp. 33, 3637; Report of the Board of Accounts on New Netherlands, 15 Dec., 1644; N. Y. Col. Docs. 1: p. 150.

   
30

Minutes, 21 Sept., 23 Sept., and 2 Oct., 1650, Minutes of the Court of Rensselaerswyck, 1648-1652, trans. and ed., A. J. F. Van Laer (Albany, 1922), pp. 127-130.

   
31 At the treaty in Fort Amsterdam, 30 Aug., 1645, peace was made with the Indians of the lower Hudson "in the presence of the Maquas [Mohawks] ambassadors, who were solicited to assist in this negociation, as arbitrators." N.Y. Hist. Soc. Collections, 2d series, 1 pp. 275-276. My italics. It appears that the Mohawks had not fought as Dutch allies, although other Indians had been commissioned "to beat and destroy the hostile tribes." B. B. O'Callaglian, History of New Netherland (2 v., N. Y., 1855) 1: pp. 354-355.
   
32 Minutes, 28 June, 1652, Md. Arch. (Council) 3: pp. 276-278.
   
33

Amandus Johnson, The Swedish Settlements on the Delaware, 1638-1664 (2 v., Philadelphia, 1911) 2: pp. 582-584.

   
34 Report of Gov. Johan Rising, 1655, Myers, Narratives, pp. 157, 159.
   
35 Treaty minutes, 1518 Oct., 1658, N. V. Col. Does. 13: p. 95.
   
36

Fort Orange Council Minutes, 13 Aug., 1658, N. V. Col. Does. 13: pp. 8889. I use the term "nation" as an expedient to avoid anthropological controversy over the nature of a tribe. Certainly Indian "nations" cannot be properly compared to European nations, but if the term is understood to identify only a selfconsciously distinct political entity, it is preferable to the circumlocutions required in its absence.

   
37 Wm. Beeckman to Dir. Stuyvesant, 23 Dec., 1662, N. V. Col. Docs. 12: p. 419.
   

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