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Die beginnende Partnerschaft wurde abgebrochen. So wie die frühere
Rivalität zwischen Neu Schweden und Neu Holland die Indianer in einen
Konflikt hineingezogen hatte, so rief ein Europäischer Kampf neue
Indianerkämpfe hervor. England und Holland wiederbelebten ihren früheren
Konflikt zu Bedingungen, die für die Holländer wesentlich besser waren
als vorher. Neu Schweden hatte den Konkurrenzkampf auf die Delaware Bay
beschränkt, aber nun begannen die Engländer auf jeden Teil von Neu
Holland Druck auszuüben. Der Englisch-Holländische Kampf brachte die
Suquehannocks in ein Dilemma, das nur durch eine Katastrophe gelöst
werden konnte.
Generell gesprochen und so auch belegt waren die Holländer in der
Defensive; sie erkannten, dass sie zahlenmäßig unterlegen waren und
vermieden daher offene Aktionen, die die Engländer ausreichend hätten
provozieren können.
38 Einige ihrer Manöver mit den
Indianern, die unter ihrem Einfluss standen, erweckten jedoch bei den
Engländern den Verdacht, unterschwellig feindlich zu sein und
wahrscheinlich war der Verdacht gerechtfertigt.
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Die
bevölker-ungsreicheren Engländer waren weiter verstreut und teilten sich
in eine große Anzahl unterschiedlicher Interessen und Parteien auf.
Ebenso wie in ihrem aggressiven Expansionismus, unterschieden sich die
Engländer in Hinblick auf ihre jeweiligen Ziele. Neu England begehrte
Holländisch Long Island und das obere Hudson Tal. Virginia und Maryland
stritten miteinander darum Chesapeake Bay anzugreifen, während die
Calverts von Maryland die gesamte Holländische Delaware Bay
beanspruchten. In Altengland wurde der proviniziale Ehrgeiz in den
Plänen, in denen Neu Holland als ganzes übernommen werden sollte, nicht
berücksichtigt. In all diesen Intrigen und Kämpfen verfolgten die
Indianer so weit als möglich ihre eigenen Ziele.
Im
August 1659 kam es zu einer neuen Krise mit Englischen Unternehmungen
gleichzeitig im Norden und im Süden. Im Norden erschien eine Connecticut
Delegation vor Fort Orange und kündigte an, eine Siedlung nahe des
Hudson errichten zu wollen.
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Im Süden schickte Cecilius
Calvert, zweiter Lord Baltimore, eine Delegation nach Neu Amstel, die
formal die Übergabe der Delaware Bay forderte und führte als Begründung
die Bedingungen seiner Verleihungsurkunde an. Die Holländer reagierten
vorsichtig, ohne jedoch irgendwelche Konzessionen zu machen. In Neu
Amstel bestätigten sie ein indianisches Kaufrecht und weiters ein Recht
auf Langzeitbesitz und –besiedelung; und Gouverneur Stuyvesant
verstärkte die Garnison. Nach weiteren Gesprächen 1660 wurden Marylands
Ansprüche nach Amsterdam geschickt. Zum Pech für die Holländer teilten
nicht alle ihrer Kolonialisten die Entschlossenheit der offiziellen
Vertreter. Wie vom Vizedirektor der Kolonie berichtet führe der von
Maryland ausgeübte Druck zu „großer Unsicherheit und Problemen unter den
Menschen“ und fügte hinzu „jeder versucht zu verschwinden und zu
flüchten“.
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Ein bestimmter Flüchtling verdient unsere
Aufmerksamkeit. Ein Indianerhändler mit Namen Jacob Claeson der wie
andere Verkäufer anderswo auch sich den Spitznamen „Jacob, Mein Freund“
zugelegt hatte, verschwand mysteriöserweise von Neu Amstel „mit einer
ziemlich großen Geldsumme, die ihm von verschieden Parteien zwecks
Handels überlassen worden war,“ und die Holländer unternahmen
ungewöhnliche Anstrengungen ihn zurück zu bekomme. Das Geld war nicht
ihre Hauptsorge. Jacob beherrschte die Sprache der Susquehannocks, was
selten unter den Europäern war, und er hatte einen beträchtlichen
persönlichen Einfluss auf diese Indianer. Wie die Holländer befürchteten
machte er sich in Maryland bald nützlich.
42
Jacob
wurde besonders wertvoll für Maryland, da die Susquehannocks plötzlich
in den Mittelpunkt der Außenpolitik von Maryland standen. Die Verhandler
der Provinz hatten wahrscheinlich die Auswirkungen des 1652
abgeschlossen Friedensvertrages zwischen Maryland und den Susquehannocks
nicht vollständig verstanden. 1660 begannen sie es dann zu begreifen,
zumindest vage. In diesem Jahr töteten die Oneida Irokesen fünf der
Piscatawa Indianer aus Maryland, weil sie „Freunde“ von Maryland und den
Susquehannocks waren.
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Die Bewohner von Maryland machten
zu dem Zeitpunkt keinen Unterschied zwischen den Irokesen Nationen und
verstanden daher weder, dass dies das Jahr der maximalen Kooperation
zwischen den Irokesen Mohawks und den Susquehannocks war, noch hätte es
sie besonders interessiert, auch wenn sie es verstanden hätten. Was die
Bewohner von Maryland anbelangte waren alle „nördlichen“ Indianer
Senecas oder „Cynegoes“ oder eine andere Variante in der Schreibweise
des 17. Jahrhunderts, und es wurden keine feinen Unterscheidungen
zwischen Mohawks, Oneidas etc. gemacht. So wie es die Maylander 1660
verstanden waren die von ihnen beschützten Indianer von irgendwelchen
Irokesen „Cynegoes“ attackiert worden und sie würden sich ganz bestimmt
nicht einen solchen Affront gefallen lassen. Maryland erklärte
postwendend diesen Cynegoes den Krieg.
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Die Tatsache,
dass die Marylanders keine klare Vorstellung von der Identität der
Angreifer hatten, spielte keine Rolle. Die Marylander hatten nun den
Eindruck, sich einerseits in direktem Krieg mit den indianischen
Alliierten der Holländer von Fort Orange zu befinden und andererseits
einen ebenso entschlossenen Kampf mit den Holländern in New Amstel zu
führen. Man kann sich den Verdacht der Marylander vorstellen: Hatten die
Holländer die Überfälle der Irokesen auf die Maryland Indianer
angestiftet?
Vorsicht erforderte sofortige Gegenmaßnahmen. Im April 1661 entschied
die Maryland Versammlung, dass „die Susquehannocks ein Bollwerk
darstellen und die nördlichen Teile der Provinz absichern“, und
innerhalb eines Monats wurde das bestehende Friedensabkommen auf eine
volle Allianz ausgeweitet. Jacob erhielt die Lizenz mit den
Susquehannocks Handel zu treiben und war der offizielle Zwischenhändler
der Provinz, und die Indianer erhielten substantielle Hilfe. Neben Waren
und Waffen wurde ihnen eine Truppe von fünfzig Engländern zugeteilt, die
sie dabei unterstützen, ihr Fort zu besetzen.
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Die
Alliierten hatten natürlich unterschiedliche Motive. Die Susquehannocks
wollten offensichtlich Hilfe bei ihrer Fehde mit (nicht Mohawk)
Irokesen. Marylands Ziel war es die Holländer und deren Alliierten zu
bekämpfen, und zwar defensiv am exponierten Susquehanna Fluss Zugang zur
Provinz, offensiv an der Delaware Bay. Beide Ziele von Maryland wurden
von den Susquehannocks verhüllt, die dazu ausersehen waren an beiden
Fronten manipuliert zu werden.
Richtung Norden wurde der Beauftragte von Maryland angewiesen „sich über
den Fortschritt des Krieges zwischen den Susquehannocks und den Irokesen
Nationen zu informieren“ „und sollten sie nachlässig in ihrer
Kriegsführung sein, sie diskret zu einer energischeren Vorgangsweise zu
zwingen“. 46
Nach Osten hin diente ein Lenape Mörder von
vier Marylandern als Provokation; die Provinz verlangte die
Unterstützung der Susquehannocks, um „Satisfaktion“ von den Lenape zu
erhalten. Der Hintergrund dieser Aktion wurde sofort in New Amstel
verstanden. Der Holländische Sekretär Beeckman beklagte sich, dass wenn
die Engländer mit diesen Wilden in den Krieg ziehen, das gesamte
Territorium, aus dem diese vertrieben werden, unter dem Vorwand, dass es
von ihren Feinden durch das Schwert erobert wurde, übernommen werden
wird. Die Engländer werden höchstwahrscheinlich ohne Vorwarnung in
unseren Zuständigkeitsbereich eindringen, um ihre Feinde zu verfolgen;
im Falle einer Verweigerung würden sie uns verdächtigen und mit uns auf
die gleiche Art und Weise verfahren.
Beeckman hatte gute Gründe für seine Befürchtungen. Kurz nach diesem
Schreiben trat das Maryland Council zusammen um einen Brief vom
Eigentümer Lord Baltimore zu prüfen, in dem er sie anwies direkte
Kampfhandlungen gegen “bestimmte Feinde, Piraten und Räuber“, womit er
die Holländer meinte, zu unternehmen.
Aber
wenn die Holländer wegen der Englischen Aggression besorgt waren, so
waren die Engländer nicht ganz unbesorgt, was die Holländischen
Ressourcen anbelangte. Während Lord Baltimore im Ausland weilte, zeigte
seine Regierung einiges an Diskretion. Es war einfach für Baltimore von
England aus so lauthals zu schimpfen. Am Chesapeake jedoch musste man
etwas vorsichtiger vorgehen, „damit General Styvesant in den Manhattans
nicht aus diesen Indianer (den Irokesen) Nutzen zieht . . . wobei
angezweifelt werden kann, ob ein Krieg zwischen Holland und England
stattfindet oder nicht“. Dieses Zögern gab den Holländern die
Möglichkeit Zeit zu gewinnen. Im September 1660 rief Direktor
d’Hinojossa die Passyunk Lenape auf, sich mit dem Maryland Gouverneur
Philip Calvert zu treffen. Der Lenape Häuptling Pinna antwortete und
erklärte dass die Engländer die Probleme verursacht hätten, in dem sie
einen Indianer „am Ostertage“ getötet hätten. Calvert war
überraschenderweise bereit die Verlagerung der Schuld durch die Indianer
zu akzeptieren. Die „Satisfaktion“ wurde erlassen und der „Gouverneur
Calvert . . . schloss Frieden mit dem vorher genanntem Häuptling und war
freundlich zu d’Hinojossa.“
48
Nach
all dieser Aufregung hätte man die Pockenepidemie, die über die
Suquehannocks 1661 und die Irokesen im folgenden Jahr hereinbrach, als
enttäuschend ansehen können. Als ob die Plage nicht schon genug Leid
gebracht hätte, kamen neue Kriege auf die Indianer zu. Mit der
Wiedereinsetzung von Charles II. auf den Englischen Thron 1660 sowie die
Wiederaufnahme der persönlichen Regierung von Louis XIV. 1661 in
Frankreich brachen in Europa kommerzielle und dynastische
Auseinandersetzungen von neuem aus. So weit diese Monarchen von dem
Amerikanischen Hinterland entfernt waren, so begannen ihre
Entscheidungen gefiltert, zerlegt und verzerrt durch lokale Bedingungen
auf die Indianische Politik Einfluss zu nehmen. Die erste Auswirkung war
die Verschärfung der Konkurrenz zwischen England und der Holländischen
Republik. Als Verteidigung verbündeten sich die Holländer 1662 mit
Frankreich. 1663 unternahmen die Indianer, die zwischen Holländisch Fort
Orange und Französisch Montreal lebten, groß angelegte Angriffe auf
andere Indianer, die mit den Engländer von Maryland und Neu England
verbündet waren. Die angreifenden Irokesen hatten ihre Waffen nur von
den Franzosen und den Holländern bekommen können; da beide Europäischen
Völker exzellente Informationsquellen unter den Irokesen hatten, scheint
es gerecht daraus den Schluss zu ziehen, dass die Bürokraten ahnten, auf
wen ihr Pulver und ihre Kugeln geschossen wurden. Man muss sich auf
Muster und Schlussfolgerung verlassen, da die unmittelbaren Beweise nur
ein unklares Bild der Aktivitäten offenbaren - aufgrund der
Schwierigkeit der Interpretation dieses chaotischen Haufens von bloßen
Daten wurden diese von Historikern vernachlässigt.
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Ein großer Dank geht
an Cornela Erfurt für die Übersetzung |
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Informationen aus den Originaltexten von: |
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38 |
Hunt and
Trelease absolve the Dutch of aggressive intentions. Hunt says,
"True expansion at Albany did not begin under the Dutch at all,
but under the energetic Dongan, in 1684" (p. 172). Trelease
remarks that the Dutch "had no ambition to dominate North
America" and therefore refrained from wasting resources "in an
international contest for continental supremacy" (Indian
Affairs, p. 137). These statements leave an unfortunate
impression of a sort of peaceful storeminding that was not
possible in the conditions of commercial competition at the
time. Undoubtedly the Dutch were not territorially expansionist
in the region under study, but they did have ambitions to
dominate the trade of North America, and they did not hesitate
to use all practicable force for that end. |
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39 |
Commission
and instructions of William Leete, 29 June, 1653, Records of the
Colony ... of New Haven, ed., Charles J. Hoadly (2 v., Hartford,
18571858) 2: p. 11; "The Second Part of the Amboyna Tragedy,"
O'Callaghan, New Netherland 2: pp. 571-572. |
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40 |
Minutes, 4
Aug., 1659, Van Laer, Fort Orange 2: |
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41 |
Md. Arch.
(Council) 3: pp. 365-378, 426-431; N. V. Col. Docs. 12: pp. 248
if., esp. p. 255; Alrichs to Dc Graaff, ibid. 2: p. 70. |
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42 |
Beckman to
Stuyvesant, 28 April, 1660, Annals of Pennsylvania, 16091682,
ed., Samuel Hazard (Philadelphia, 1850), pp. 309310; Stuyvesant
to the Holland Directors, 25 June, 1660, N. Y. Col. Docs. 12: p.
317; Minutes, 17 April, 30 July, 12 Oct., 1661, Md. Arch.
(Council) 3: pp. 443, 430-431, 434-435, 453, 462. |
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43 |
Memorandum,
20 Dec., 1660, Md. Arch. (Council) 3: p. 403. |
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44 |
Act of War, 17 April, 1661, Md.
Arch (Upper House) 1: pp. 406-407. |
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45 |
Loc. cit.; minutes, 18 May, 1661,
Md. Arch (Council) 3: pp. 420-421; May, 1662, ibid., p. 453. |
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46 |
Instructions
of Governor and Council, 16 May, 1661, Md. Arch. (Council) 3: p.
418. |
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47 |
Treaty
minutes, 16 May, 1661, Md. Arch. (Council) 3: p. 421; Beecknian
to Stuyvesant, 27 May, 1661, N. Y. Col. Docs. 12: pp. 343-344;
minutes, 30 July, 1661, Md. Arch. (Council) 3: pp. 427-429. |
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48 |
Minutes, 19 Sept., 1661, Md. Arch.
(Council) 3: p. 433; Beeckman to Stuyvesant, 26 Oct., 1661, N.
Y. Cot. Docs. 12: pp. 356-357. |
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